BFSG 2026: Warum jetzt auch kleine Online-Shops kontrolliert werden – und wie Sie in 10 Minuten den ersten Check machen

Die wichtigsten Fragen rund um das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) – und ein praktischer erster Schritt für Ihre eigene WordPress-Website.

Wer ist betroffen?

Das Gesetz richtet sich an alle Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen im E-Commerce anbieten – unabhängig von der Unternehmensgröße. Eine Ausnahme gilt nur für Kleinstunternehmen (weniger als 10 Mitarbeiter UND weniger als 2 Millionen Euro Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme), sofern sie ausschließlich Dienstleistungen (nicht Produkte) anbieten. Wer Waren verkauft, ist also auch als Kleinstunternehmen in der Regel betroffen.

Übergangsfristen: Gilt das sofort?

Für Dienstleistungen, die auf Verträgen beruhen, die vor dem 28. Juni 2025 geschlossen wurden, gilt eine Übergangsfrist bis zum 27. Juni 2030 – diese Verträge dürfen unverändert bis zum Ende ihrer Laufzeit weiterlaufen. Für Selbstbedienungsterminals (etwa Kassenautomaten) läuft eine längere Übergangsfrist bis 2040, sofern sie vor dem Stichtag rechtmäßig im Einsatz waren. Für neue Online-Shops und Verträge, die nach dem 28. Juni 2025 abgeschlossen werden, gelten die Vorgaben dagegen ohne Übergangsfrist ab sofort.

Wird das Gesetz bald wieder gelockert?

Immer wieder kursieren Gerüchte, das BFSG werde zeitnah entschärft oder ausgesetzt. Stand heute gibt es dafür keine belastbare Grundlage: Das Gesetz beruht auf einer EU-Richtlinie (European Accessibility Act), die von allen Mitgliedstaaten umzusetzen war. Eine einseitige Rücknahme durch Deutschland ist rechtlich nicht ohne weiteres möglich. Wer auf eine Lockerung wartet, trägt in der Zwischenzeit das volle Bußgeldrisiko.

Die fünf häufigsten Fehler in der Praxis

  1. Fehlender Kontrast zwischen Text- und Hintergrundfarbe, besonders bei hellen Grautönen oder Farbverläufen.
  2. Bilder ohne Alternativtext, sodass Screenreader-Nutzer keine Information über den Bildinhalt erhalten.
  3. Nicht per Tastatur erreichbare Elemente wie Dropdown-Menüs, Slider oder modale Dialoge.
  4. Formulare ohne erkennbares Label, sodass unklar bleibt, welche Eingabe in welchem Feld erwartet wird.
  5. Unlogische Überschriften-Struktur, die Screenreader-Nutzern die Orientierung auf der Seite erschwert.

Der 5-Minuten-Selbsttest

Schon ohne technische Hilfsmittel lässt sich ein erster Eindruck gewinnen: Versuchen Sie, Ihren Shop ausschließlich mit der Tab-Taste zu bedienen – landen Sie wirklich bei jedem Button und jedem Formularfeld? Schauen Sie sich zentrale Seiten bei verringertem Kontrast an. Prüfen Sie, ob zentrale Produktbilder einen Alt-Text haben. Erfahrungsgemäß scheitern die meisten Shops bereits an zwei der fünf oben genannten Punkte.

Was ein automatisierter Check leisten kann – und was nicht

Ein automatisiertes Werkzeug wie BFSG-Pan kann die technisch prüfbaren Kriterien zuverlässig und wiederholbar abdecken: Kontrastwerte, fehlende Alt-Texte, Tastaturerreichbarkeit, Formular-Labels, Überschriftenstruktur, Linktexte und die Sprachauszeichnung der Seite. Was ein solches Werkzeug nicht leisten kann, ist eine inhaltliche Bewertung – etwa, ob ein Alt-Text den Bildinhalt tatsächlich sinnvoll beschreibt, oder ob eine PDF-Datei wirklich barrierefrei aufgebaut ist. Ein automatisierter Check ist damit ein sehr guter erster Schritt und eine gute Dauerüberwachung, ersetzt aber keine vollständige manuelle Prüfung durch Expertinnen und Experten für komplexe oder besonders kritische Bereiche.

Warum das auch wirtschaftlich zählt

Barrierefreiheit ist nicht nur eine rechtliche Pflicht, sondern auch ein wirtschaftlicher Faktor. Laut Eurostat lebten 2024 rund 24 % der EU-Bevölkerung im erwachsenen Alter – etwa 90 Millionen Menschen – mit einer Behinderung. Ein Online-Shop, der für diese Zielgruppe nicht nutzbar ist, verzichtet auf einen erheblichen Teil potenzieller Kundschaft. Barrierefreie Websites profitieren außerdem häufig von besserer Auffindbarkeit in Suchmaschinen, da viele der zugrunde liegenden Maßnahmen (saubere Überschriftenstruktur, aussagekräftige Alt-Texte, klare Linktexte) auch der Suchmaschinenoptimierung zugutekommen.

So prüfen Sie Ihre eigene WordPress-Website

Mit dem Plugin BFSG-Pan lässt sich der erste Check direkt im eigenen WordPress-Backend durchführen – ganz ohne externe Tools oder Datenübertragung an Dritte:

Einzelseiten-Check einer öffentlich erreichbaren Seite. Kostenlos, ohne Anmeldung.

  • 🎯 Automatischer Scan zentraler BFSG-/WCAG-2.1-AA-Kriterien direkt im Browser
  • 🖼️ Alt-Text-Prüfung für alle Bilder der Website
  • ⌨️ Tastatur-Check für interaktive Elemente
  • 🎨 Kontrast-Analyse von Text- und Hintergrundfarben
  • 📄 Erklärung zur Barrierefreiheit per Mausklick erstellen
  • ⏰ Automatische Erinnerung: Ist der letzte Scan länger als die eingestellte Frist her, erinnert eine E-Mail daran, erneut zu prüfen – ganz ohne, dass man selbst daran denken muss.

Kurz gefragt

Reicht ein automatisches Plugin aus, um rechtssicher zu sein? Ein Plugin wie BFSG-Pan deckt die technisch automatisiert prüfbaren Kriterien ab und ist ein sehr guter, kontinuierlicher erster Schritt. Für eine vollständige Rechtssicherheit empfiehlt sich zusätzlich eine manuelle Prüfung durch Expertinnen und Experten, insbesondere bei komplexen Inhalten wie PDFs oder Videos.

Betrifft mich das BFSG auch, wenn ich nur wenige Produkte verkaufe? Ja – die Mitarbeiterzahl bzw. der Umsatz des Unternehmens ist entscheidend, nicht die Anzahl der verkauften Produkte. Nur echte Kleinstunternehmen, die ausschließlich Dienstleistungen anbieten, sind ausgenommen.

Was passiert, wenn ich jetzt nichts tue? Bei Verstößen kann die zuständige Marktüberwachungsbehörde ein Bußgeld von bis zu 100.000 Euro verhängen. Zusätzlich drohen Abmahnungen durch Wettbewerber oder Verbraucherschutzverbände.


Der erste Schritt lässt sich in wenigen Minuten erledigen – mit BFSG-Pan direkt im eigenen WordPress-Backend.

SEO-Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar.

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